Der ehemalige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck stellte sich im „Spiegel“-Spitzengespräch den Fragen von Moderator Markus Feldenkirchen. Dabei stellte der Grünen-Politiker die aktuelle Art und Weise, wie Politik gemacht wird, infrage. „Mir scheint, dass wir die demokratischen Strukturen, die wir haben, nur verteidigen können, indem wir die Dinge ein bisschen anders machen“, sagte Habeck.
Habeck machte ein Gedankenspiel und betonte zuvor, dass es „kein ernst gemeinter Vorschlag“ sei. In diesem Gedankenspiel schlug er vor, die feste Sitzordnung im Bundestag abzuschaffen. Stattdessen sollten sich die Abgeordneten frei hinsetzen können. So wäre beispielsweise nicht mehr sichtbar, welche Fraktion für welchen Redner klatscht und welche nicht. Außerdem würden die Abgeordneten ihre Gruppen verlassen und gemeinsam Lösungen finden. Eine solche Durchmischung, wie von Habeck gedanklich vorgeschlagen, würde die Verhältnisse im Parlament verändern: „Die Fraktionsvorsitzenden wären natürlich völlig in Panik, weil sie nicht mehr steuern können, wer sich eigentlich wie verhält.“
Kritik äußerte Habeck daran, dass Reden im Bundestag mittlerweile nicht mehr für das Plenum gehalten würden, sondern vor allem für Instagram. Das sehe er besonders bei der AfD. Mit den Reden wolle man nicht mehr andere von den eigenen Ideen überzeugen, so Habeck.
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