Bereits bei den Oscars fragt man sich Jahr für Jahr, wie viel Relevanz der einstige Olymp der Unterhaltungsindustrie in dieser Welt noch hat. Stärker noch stellt sich diese Frage beim kleinen Bruder der Oscars, den Golden Globes. Doch anstatt dem zunehmenden Niedergang in der Provinzialität durch Innovation und Qualität entgegenzuwirken, beweihräuchern sich die Eliten weiter im kleinen Kreise und feiern ihr immer progressiveres Weltbild, mit dem sie die Gesellschaft zwangsbeglücken wollen.
Fünf Jahre nachdem Ricky Gervais den Golden Globe Eliten die Leviten gelesen hat, haben diese ihre Lektion noch immer nicht gelernt und setzten wieder einmal auf progressive Propaganda. So durfte es natürlich nicht ausbleiben, dass mit “Konklave” ein Film fürs beste Drehbuch ausgezeichnet wurde, der in konservativen Kreisen der USA als höchst kirchenfeindlich kritisiert wurde. Bei der fiktiven Geschichte rund um die Wahl eines neuen Papstes erscheinen alle beteiligten Kardinäle nur als verlogene Manipulatoren, die machiavellistischen Machtspielen nachgehen.
Doch während sich aus dieser Prämisse zumindest ein spannender Politthriller machen ließe, durfte natürlich die “provokante” Lösung, die gleichzeitig den Film jeglicher Spannung beraubte, nicht ausbleiben, denn zum Papst wird letztendlich eine intersexueller Papst (sprich: eine biologische Frau) gewählt. Der sie unterstützende Kardinal ist gleichzeitig auch der einzige mit Anstand. Mehr moralische Keule geht nicht. Dass man mit solch plakativer und vorhersehbarer Charakterisierung den Film jeglicher Spannung beraubt, sollte man eigentlich in der ersten Stunde für Drehbuchautoren lernen. Aber wer braucht schon Spannung, wenn er einen Hollywood-Preis einheimsen kann?
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