Achijah Zorn: Reicht Ihnen nicht, Migrant zu sein, um diskriminiert zu werden, oder warum sind Sie in der AfD aktiv?
Nafiur Rahman (lacht): Ja, ich erlebe so manche Diskriminierung. Meine bengalischen Bekannten sehen mich als Verräter von Bangladesch, weil ich mich für Deutschland stark mache. Die Geimpften haben mich verachtet, weil ich mich nicht gegen Corona impfen ließ. Manche Muslime hassen mich, weil ich dem muslimischen Glaubern abgesagt habe und Christ geworden bin. Und grüne „Gutmenschen“ hetzen gegen meine vermeintliche „Dummheit“, weil ich als Migrant die AfD stärke, die mich angeblich sofort deportieren würde, wenn sie an die Regierung käme. Ich halte vielfach den Kopf in den Sturm; und manchmal denke ich, ich hätte es mir gewiss leichter machen können. Aber ich hoffe, dass dieser steinige Weg meinen Charakter stärkt (lacht).
Und Sie werden doch auch von AfDlern angegangen. „Deutschland den Deutschen. Der hat nichts in der AfD zu suchen“, so hat jemand unter ein Foto von Ihnen getwittert.
Es gibt sicherlich einige in der AfD, die mit mir als Deutschem mit Migrationshintergrund Probleme haben. Aber das ist nicht die Partei. Eher im Gegenteil. In der Partei verspüre ich Rückenwind. Die AfD in Hessen wirbt um Bürger mit Migrationshintergrund, deren Herz für Deutschland schlägt und die auch unter dem Verfall dieses Landes leiden.
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