Die schmutzigen Geschäfte des Amigo-Kulturministers Wolfram Weimer

vor 9 Monaten

Die schmutzigen Geschäfte des Amigo-Kulturministers Wolfram Weimer
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Besetzung von Ministerposten folgt einer komplizierten, fast schon mathematisch präzisen Gleichung. Koalitionsarithmetik trifft dabei auf regionale Balance, Geschlechterproporz – und gelegentlich auch auf fachliche Qualifikation. Als Bundeskanzler Friedrich Merz seinen langjährigen Weggefährten und Medienunternehmer Wolfram Weimer zum Kulturstaatsminister ernannte, dachte er dabei ganz offensichtlich nicht nur an dessen Faible für Kulturpolitik. Jetzt scheint das Verfahren als peinliche Amigo-Posse zu enden, in der ein Kanzler, dessen Amigo sowie fragwürdige Geschäfte, goldumrandet mit staatlichen Subventionen, die Hauptrollen spielen.

Es ging Merz vor allem darum, einen engen Vertrauten in einer intellektuellen Schlüsselposition zu platzieren – jemanden, der im Maschinenraum der Macht wie eine zweite Presseabteilung agiert und den Einfluss der Bundesregierung im geopolitisch hochsensiblen Feld der Kommunikationsplattformen geltend macht. Er sollte in der Lage sein, eine Art Kulturkrieg gegen die rot-grüne Dominanz in Medien, Universitäten und im vorpolitischen Raum zu führen.

Das Geld verdient er auf eine sehr individuelle Methode. Die Süddeutsche Zeitung berichtete von „undurchsichtigen Zuständen“ im Unternehmen – möglicherweise infolge des aggressiven Wachstumskurses des im Jahr 2012 gegründeten Verlags.

Auch PR-Beratung zählt zum Gelgenheits-Geschäftsmodell. So versucht Weimer, den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vor medialen Nachstellungen zu retten. Der Skandal-Bischof ließ sich seine Residenz für über 31 Millionen Euro umbauen, obwohl ursprünglich nur rund 5,5 Millionen veranschlagt waren. Der luxuriöse Ausbau, symbolisiert durch eine rund 15.000 Euro teure Doppelbadewanne, löste Empörung über Verschwendung kirchlicher Gelder aus. Nach massiver Kritik und weltweiten Schlagzeilen nahm Papst Franziskus 2014 den Rücktritt des Bischofs an.

Zur Promotion seiner Medienaktivitäten suchte der parteilose Medienunternehmer stets die Nähe zur großen Politik. 2014 hob er den „Ludwig-Erhard-Gipfel“ aus der Taufe, den er selbst als „bayerische Antwort auf das Weltwirtschaftsforum in Davos“ bezeichnete. Im Rahmen der Veranstaltung werden Preisträger für ihr Engagement für die freie Meinungsäußerung geehrt. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

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