Der Geist aus der Flasche und die Fahne im Wind

vor etwa 1 Monat

Der Geist aus der Flasche und die Fahne im Wind
Bildquelle: Tichys Einblick

Spätestens als Angela Merkel Hermann Gröhe bei der Siegesfeier der CDU nach der Bundestagswahl 2013 auf offener Bühne die Deutschlandflagge entriss, sollte allen klar gewesen sein, dass Merkel keinen Nationalstaat will. Und sie hat ihn, zumindest den deutschen, tatsächlich abgeschafft.

Bisher war das kein Problem. Mit stolzgeschwellter Brust konnten Deutsche ab sofort „Ich bin Europäer“ sagen und sich dadurch sofort – nun ja: als Deutsche zu erkennen geben. Niemand sonst in der EU, von Europa ganz zu schweigen, würde auf die Idee kommen, so etwas zu sagen.

Aber wie so oft wurden die Folgen des eigenen Handelns nicht bedacht. Das Militär, seiner Einsatzfähigkeit systematisch beraubt, glaubt man jetzt wieder zu benötigen. Und für Militär braucht man Soldaten. Und Soldaten brauchen ein Feindbild. Ein Feindbild, so die herrschende Meinung, würde das Militär und die Soldaten im Heer besser kämpfen lassen. Und so hat sich die Politik mit Russland wieder einen Feind erschaffen.

Feinde, so erklärt der schottische Philosoph Adam Ferguson, sind die Grundbedingung, um inneren Zusammenhalt, Patriotismus und politische Tatkraft zu erzeugen. In seinem Hauptwerk „Versuch über die Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft“ von 1767 schreibt er, dass Nationalstaaten und politische Gemeinschaften primär durch äußere Konflikte und Feindschaften zusammengeschweißt werden. Wie schweißt man aber nun etwas zusammen, das man kurz zuvor aufgelöst hat?

Außerdem hat selbst die Berliner Politik erkannt, dass es mit der Wirtschaft in Deutschland irgendwie nicht so richtig läuft. Und das, obwohl die Regierung, zumindest erklärt das Friedrich Merz so, alles ganz, ganz toll macht. Also gut, die Deutschen, so Merz, seien etwas faul und mürrisch, oft auch negativ; alles Eigenschaften, die sie das segensreiche Wirken der SPD/CDU-Regierung irgendwie nicht sehen lassen. Aber Schwamm drüber. Merz ist nicht nachtragend.

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