Da müssen wahre Menschenfreunde sitzen in den Rathäusern von Bonn, Düsseldorf, Hannover, Leipzig und Kiel. Die Bürgermeister dieser fünf Städte bieten an, verletzte oder traumatisierte Kinder aus dem Gaza-Streifen und aus Israel aufzunehmen. Also, nicht bei sich zuhause, versteht sich. Aber in ihrer jeweiligen Stadt.
Nicht zufällig stammt der Brief von zwei grünen und zwei sozialdemokratischen Stadtoberhäuptern. Dazu kommt der Düsseldorfer Rathaus-Chef. Er gehört formal zwar der CDU an, aber er identifiziert sich bekanntermaßen schon lange als Teil des grün-linken Spektrums. In der nordrhein-westfälischen Union liegt er damit gut im Trend.
In einem gemeinsamen Schreiben sowohl an das Bundesinnen- wie auch an das Bundesaußenministerium fordern die Bürgermeister, „die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die humanitäre Initiative zu schaffen“. Die Kommunen hätten die erforderliche Infrastruktur und könnten Betreuung sowie psychologische und medizinische Versorgung der einzufliegenden Kinder gewährleisten. Benötigt werde jedoch „ein geordnetes Verfahren auf Bundesebene“.
Wohl selten war ein parteitaktischer Vorstoß so zynisch.
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