Gasspeicherstände auf Talfahrt: Von der Frühwarnstufe zum Notfallplan

vor 6 Monaten

Gasspeicherstände auf Talfahrt: Von der Frühwarnstufe zum Notfallplan
Bildquelle: Tichys Einblick

Frau Holle ist keine Freundin der deutschen Energiewende. Hochdruckgebiete wie Daniel und Konsorten sind es in diesem Winter auch nicht. Die Füllstände in den deutschen Gasspeichern sind zügig auf Talfahrt, die Zielmarke 30 Prozent dürfte zum 1. Februar knapp gehalten werden.

Europaweit sind die Speicher noch etwa zu 40 Prozent gefüllt. Im Februar ist der Winter noch nicht zu Ende und die Meteorologen sehen für die erste Monatshälfte weiter niedrige Temperaturen im wettermäßig wieder geteilten Deutschland voraus. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Erdgas für Heizung und Verstromung.

Screenshot: Kachelmannwetter.com.de

Wie aus der Grafik zu entnehmen, sinkt bei moderatem Frost von drei Grad Minus der Speicherinhalt täglich um etwa ein Prozent. Je nach Laune des Wettergottes, der vielleicht ab Mitte Februar eine Erwärmung schenkt, keiner weiß es, dürfte es Ende Februar / Anfang März bei Unterschreiten der 20-Prozent-Grenze zu entsprechenden Maßnahmen nach dem Notfallplan Gas kommen.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) gibt sich erstaunlich locker. Die Gasversorgung gelte als stabil. Branchenvertreter weisen darauf hin, dass die Versorgungssicherheit mit Gas „aktuell gewährleistet, aber nicht garantiert“ sei. Über diese Formulierung kann prächtig philosophiert werden. Susanne Ungrad vom BMWE sieht (am 23. Januar) keine Probleme bei der Versorgungssicherheit. Da mehr Flüssiggas (LNG) bezogen wird, könne flexibel hinzugekauft werden. Es gäbe sogar freie Slots an den LNG-Terminals (zur Erinnerung: Das sind nur Anleger für gemietete Regasifizierungsschiffe, FSRU). Generell heißt es, man bräuchte weniger Röhrengas und deshalb weniger Speicher.

Der Norden werde gut durch die LNG-Terminals versorgt, so Frau Ungrad. Und der Rest? Wie hoch ist der Anteil des LNG-Imports? Er ist zu sehen auf der Seite der Bundesnetzagentur. Am 21. Januar wurden 396 Gigawattstunden (GWh) LNG importiert, das waren etwa 13 Prozent des Gesamtimports. In den Monaten zuvor lag der Wert in ähnlicher Höhe, bei einem Maximum von 420.

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