Die Gamescom tanzt, aber sie kommt nicht vorwärts

vor 11 Monaten

Die Gamescom tanzt, aber sie kommt nicht vorwärts
Bildquelle: Tichys Einblick

Noch ein letztes rauschendes Fest! Vielleicht kehrt dann ja dieses Gefühl vom ersten Mal zurück, jene Ekstase, die uns hellwach verstohlen auf die Uhr blicken ließ und mit schuldbewusster Lust den Glockenschlag 3 Uhr morgens ignorieren ließ: Noch eine letzte Runde!

Auf der Jagd nach diesem Gefühl von früher berauscht sich die Gamesindustrie, obwohl sie längst vom Bandscheibenvorfall gebückt geht und die Zeche schon bald fällig wird. Denn solche Berauschung endet selten in einem letzten gloriosen Höhepunkt, sondern viel öfter an einer Überdosis oder Depression.

Wer über Games noch immer wie über ein zu belächelndes Randprodukt denkt, hat den Schuss nicht gehört. Schon längst hat die Gamesindustrie den Film und andere Unterhaltungsmedien an Marktvolumen weit hinter sich gelassen und selbst in muffigen Umfragen des deutschen Feuilleton wird langsam deutlich, dass eine Mehrheit der Menschen Games zu recht als Unterhaltungsmedium unserer Zeit ansieht.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass dieses Medium passend zu unserer Zeit mittlerweile auch krisengeplagt ist und wenig optimistisch in die Zukunft blickt. Denn großes Marktvolumen hin oder her, die Gamesindustrie steht vor kreativen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die sie aber verdrängt und mit kurzfristigen Hypes, Monetarisierungsmodellen und der Wunderwaffe KI zuzuschütten sucht.

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