Friedrich Merz läuft auf der Grünen Woche durch die Hallen, schüttelt Hände, lächelt in Kameras. Ein bisschen Volksnähe simulieren. Wie wenig die auf Gegenliebe stößt, bekommt er schnell zu spüren: Aus den Besucherreihen ertönen „Scheiß CDU“-Rufe. Schnell verbreitet sich das kurze Video in den mittlerweile auch bei der Union zunehmend verhassten sozialen Medien. Die Botschaft an Merz ist eindeutig.
Die Berliner Zeitung nennt es „wachsenden öffentlichen Unmut“. Das ist höflich formuliert. In Wahrheit stolpert Merz unbeholfen durch die Gänge wie jemand, der sich nur noch in abgesperrten Räumen sicher fühlt und im offenen Raum sofort merkt, wie dünn seine Decke geworden ist.
Die Zahlen passen dazu. N-tv meldet im Trendbarometer für 2026: Nur 23 Prozent sind mit Merz noch zufrieden. Vermutlich sind das Grüne und Linke, die die CDU zwar nicht wählen würden, aber an dem devoten SPD-Kurs der Union eine gewisse Freude haben. Zwei Punkte weniger als Ende 2025. Die jüngste Umfrage sagt zwar, dass es wieder aufwärts geht. Aber wie viel ist aufwärts aus dem Souterrain? Seit Amtsantritt zeigt die Kurve kein Wachstum, sondern Erosion. Der Mann kommt nicht aus dem Loch, weil er es selbst immer tiefer gräbt.
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