Es ist eine jener Meldungen, die den ganzen Irrsinn europäischer Energiepolitik in einem einzigen Bild zusammenpressen. In Frankreich drohen Beschäftigte von Argedis, dem Tankstellennetz von TotalEnergies, mit Streik, weil sie sich den Weg zur Arbeit kaum noch leisten können. Sie verkaufen Treibstoff und haben zugleich immer weniger Mittel, das eigene Auto zu betanken. Das ist nicht bloß eine bittere Pointe. Das ist der Offenbarungseid eines Systems, das seine eigenen Leute auffrisst.
Der Preisschub fällt dabei nicht vom Himmel. Seit dem Krieg gegen Iran und den Verwerfungen rund um die Straße von Hormus steht der Energiemarkt unter Schock. Reuters berichtete am 31. März, dass Analysten ihre Brent-Prognose für 2026 auf 82,85 Dollar je Barrel anhoben, nach 63,85 Dollar im Februar. Zugleich waren die Öl-Benchmarks seit Kriegsbeginn Ende Februar um rund 60 Prozent gestiegen. Selbst dort, wo der Markt heute auf Deeskalation hofft, warnen Händler und Analysten weiter vor anhaltenden Störungen und Nachwirkungen auf die Versorgung.
Genau dieser geopolitische Schock schlägt nun an der Zapfsäule durch. Nach den Angaben aus dem Bericht stieg der Dieselpreis binnen weniger Wochen von 1,675 Euro je Liter Ende Februar auf 2,25 Euro. TotalEnergies begrenzt den Preis an den eigenen Stationen zwar auf 2,09 Euro, aber auch das hilft nur denen, die überhaupt in Reichweite einer solchen Tankstelle wohnen. Für viele andere gilt der offene Markt, und der kennt weder Rücksicht noch soziale Balance.
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