Die humanitäre Lage im Sudan spitzt sich zu: Seit April 2023 kämpfen Armeeeinheiten des sudanesischen Militärs und die sogenannten Rapid Support Forces (RSF) gegeneinander. Mit schweren Folgen für die Menschen im Sudan und perspektivisch auch für Europa: Mehrere Millionen Menschen sollen inzwischen in Nachbarländer geflohen sein. Es herrscht Hungersnot, den internationalen Hilfsorganisationen sind aufgrund der Blockade beider Armeen die Hände gebunden. Fraglich ist, wie viele Millionen noch vor der Not und dem Krieg flüchten – womöglich viele auch nach Europa und Deutschland (Lesen Sie hier mehr).
Die Krise im Sudan bleibt dennoch hinter dem Gaza-Konflikt und dem russischen Krieg gegen die Ukraine medial im Hintergrund. Weder erregt der Konflikt großes öffentliches Aufsehen, noch gab es erfolgreiche Unternehmungen, den Konflikt und die Not im afrikanischen Land zu bekämpfen. Verhandlungen zu einer Waffenruhe, vermittelt durch die USA und Saudi-Arabien, hatten bislang keinen Erfolg.
Ein skandalöser Zustand, findet der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRK), Jan Egeland. Er äußerte sich in einer Presseerklärung äußerst kritisch über das Verhalten der internationalen Gemeinschaft, die aus seiner Sicht die humanitäre Krise im Sudan vernachlässigen würde. Dies sei „wirklich empörend“, so der Leiter der Hilfsorganisation, die in über 40 Ländern hilft. Die humanitäre Krise im Sudan sei „größer als die (Krisen in der) Ukraine, Gaza und Somalia zusammen“, so Egeland unmissverständlich nach einer Reise, die ihn unter anderem in das Gebiet von Darfur geführt hatte. Die im Westen des Sudan liegende Region ist besonders von Gewalt und schweren Kämpfen betroffen.
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