Robert Fico hat in Bratislava ausgesprochen, was in Brüssel viele wissen, aber kaum jemand sagen will. Nach seiner Rückkehr aus Moskau sprach der slowakische Regierungschef über Gas, Öl, Transitwege und die Folgen einer Energiepolitik, die Europa seit Jahren als moralische Großtat verkauft wird. Sein Satz war so grob wie treffend: Die Russen würden die Amerikaner zu Marktpreisen mit Gas und Öl beliefern, und die Amerikaner würden es anschließend mit einem enormen Preisaufschlag an Europa weiterverkaufen. Ob man wirklich so blöd sei, fragte Fico. Die Antwort gab Martin Sonneborn auf X mit beißender Kürze: Nach fast zwölf Jahren in Brüssel könne er nur sagen: klares Ja.
Der Kern dieser Aussage ist nicht die Provokation, sondern die Bilanz. EU-Europa hat sich unter gewaltigem politischem Getöse aus direkten russischen Energielieferungen herausmanövriert, ohne dadurch unabhängiger geworden zu sein. Es hat nur die Strecke verlängert, die Rechnung verteuert und die Abhängigkeit umetikettiert. Aus russischem Gas wird dann eben Gas mit amerikanischem Zwischenhändler. Aus politischer Reinheit wird ein Aufpreis. Aus Souveränität wird die nächste Rechnung an Industrie, Mittelstand und Bürger.
Fico sprach nach Gesprächen in Moskau über mögliche Öl- und Gaslieferungen in die Slowakei. Zugleich ging es um Transit-Infrastruktur und um amerikanisches Interesse an entsprechenden Wegen. Schon dieser Zusammenhang zeigt, wie grotesk die Lage geworden ist: Während Brüssel den Europäern einredet, russische Energie müsse aus Prinzip verschwinden, entstehen neue Modelle, bei denen dieselbe Energie über andere Hände, andere Verträge und andere Preiszettel wieder auftauchen kann.
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