„Was bin ich jetzt, trans oder schwul?“ Die erfundenen Geschichten und falschen Pässe der afghanischen „Ortskräfte“

vor etwa 1 Jahr

„Was bin ich jetzt, trans oder schwul?“ Die erfundenen Geschichten und falschen Pässe der afghanischen „Ortskräfte“
Bildquelle: NiUS

Aktivisten haben Afghanen gefälschte Dokumente besorgt und ihnen dabei geholfen, „abweichende Angaben im Visumverfahren zu machen“, um in Deutschland aufgenommen zu werden. Bei Befragungen durch Botschaftsmitarbeiter sollten sie notfalls lügen. Das geht aus internen Dokumenten hervor, die der Spiegel erhalten hat. Chats, die dem Blatt vorliegen, dokumentieren absolut haarsträubende Betrugsversuche.

So wird beispielsweise über einen Fall berichtet, bei dem ein Berliner Aktivist von einem Afghanen kontaktiert wurde, der um Einsicht in seine Akte bat. Der Grund: Dem Mann war offenbar nicht bekannt, welche Geschichte darin stand. Er fragte, was er denn nun sei: „Trans oder schwul“? Nur zwei Minuten später schickte der NGO-Mitarbeiter ihm die Akte. Der entsprechende Aktivist soll mehrmals so vorgegangen sein.

Auch der Fall eines homosexuellen Afghanen ist in den Chat-Nachrichten gelistet. Der Mann war von einem NGO-Mitarbeiter zum Lügen animiert worden: Er solle erzählen, dass er seinen Pass verloren habe.

Einmal wurde ein Rollentausch vorgeschlagen. Der NGO-Mitarbeiter bot an, deutschen Behörden einfach einen Mann als angeblichen Partner des Afghanen als Hauptantragsteller eintragen zu lassen, der für das Programm qualifiziert war. Der Betrug ging auf, der Afghane bedankte sich mit Herzchen und Küsschen bei dem Aktivisten.

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