Der WDR speichert offenbar seit Jahrzehnten personenbezogene Daten von mehr als 30 Millionen Beitragszahlern – darunter auch längst veraltete Informationen wie erledigte Insolvenzvermerke. Dies dient laut interner Angaben dem Zweck, sogenannte „Beitragshistorien“ rekonstruieren zu können.
Brisant wird der Fall durch eine Aussage des Justiziars des Senders, die am 18. Februar 2025 vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen gerichtlich protokolliert wurde. Sie liegt NIUS vor. Der WDR räumte diese Praxis vor Gericht offen ein – und machte sie damit erstmals offiziell nachvollziehbar.
Erst durch das Protokoll kam ans Licht, dass der WDR über Jahre hinweg sensible Insolvenzdaten aufbewahrt – und aktiv verwendet. Im Protokoll heißt es:
„Auf Nachfrage, warum die Insolvenzdaten zu der bereits im Jahr 2020 abgeschlossenen Insolvenz der Antragstellerin weiterhin für die aktuelle Beitragserhebung erforderlich sind, erklärt der Vertreter des Antragsgegners: Wir gehen in den zahlreichen Verfahren, die wir hier haben, häufig 10 bis 20 Jahre zurück, um eine Beitragshistorie abzubilden.“
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