35 Jahre lang arbeitete Helmut Sterz als Toxikologe für internationale Pharmakonzerne, zuletzt als Leiter der Toxikologie von Pfizer in Frankreich und England. Im NIUS-Interview erhebt er nun schwere Vorwürfe gegen die präklinische Sicherheitsprüfung der Corona-Impfstoffe. Besonders alarmierend findet er eine Tierstudie, in der bei geimpften trächtigen Ratten statistisch signifikant mehr frühe Aborte beobachtet wurden. Später kam es dann tatsächlich zu erhöhten Aborten bei Menschen, wie das US-Melderegister VAERS eindeutig zeigt.
NIUS: Herr Sterz, Sie waren viele Jahre in leitenden Funktionen der Arzneimittelsicherheit tätig. Was genau war Ihre Aufgabe?
Helmut Sterz: Ich habe insgesamt rund 35 Jahre als Toxikologe gearbeitet. Die ersten 14 Jahre meiner Laufbahn verbrachte ich als Leiter der Abteilung „Reproduktionstoxikologie“ bei Boehringer Mannheim. Dort beschäftigte ich mich mit Studien zum Einfluss zukünftiger Medikamente auf die Fruchtbarkeit, die Schwangerschaft und zur Entwicklung der Nachkommen. Anschließend war ich Direktor des Zentrums für Toxikologie von Servier in Orléans/Frankreich, später sieben Jahre bei Hoffmann-La Roche in Basel, zum Schluss als Leiter der weltweiten Toxikologie-Zentren. Von 2001 bis 2008 leitete ich schließlich die Toxikologie von Pfizer in Frankreich und England.
Meine Aufgabe bestand nach 1988 nicht mehr darin, direkt mit Versuchstieren zu arbeiten. Ich leitete Teams von Wissenschaftlern und war dafür verantwortlich, Sicherheitsprogramme für neue Wirkstoffe auszuarbeiten, die Ergebnisse zu bewerten und sie für die Zulassungsdossiers vorzubereiten. Das Ziel solcher Programme ist immer dasselbe: Bevor ein Arzneimittel an Menschen verabreicht werden darf, muss man möglichst genau wissen, welche Nebenwirkungsrisiken bestehen.
NIUS: Sie kritisieren die Sicherheitsprüfung der Covid-Impfstoffe. Wo sehen Sie das größte Problem?
Helmut Sterz: Das konzentriert sich auf die Planung, Durchführung und Bewertung der Tierstudien. Besonders auffällig ist für mich die reproduktionstoxikologische Studie an trächtigen Ratten. Dort zeigte sich bei den geimpften Tieren eine statistisch signifikant erhöhte Rate früher Aborte, im Vergleich zur ungeimpften Kontrollgruppe. Die Autoren der Studie erklärten diesen Befund später für nicht relevant. Sie argumentierten, ähnliche Schwankungen seien auch bei Kontrolldaten früherer Studien beobachtet worden. Für mich ist das jedoch unzulässig, denn gerade deshalb führt man schließlich Kontrollgruppen durch: um Unterschiede zwischen behandelten und unbehandelten Tieren sichtbar zu machen.
Wenn die behandelte Gruppe mehr Fehlgeburten aufweist als die Kontrollgruppe, dann ist das zunächst einmal ein ernstzunehmendes Signal. Ob dieses Signal auf eine tatsächliche Kausalität verweist oder nicht, muss untersucht werden. Übrigens hätten die Zulassungsbehörden unbedingt einschreiten müssen, denn das sehr ähnliche Konkurrenzprodukt von Moderna zeigte die gleiche Nebenwirkung bei Ratten.
Helmut Sterz ist Tiermediziner, Toxikologe und Autor.
NIUS: Sie sehen darin also ein Warnsignal?
Helmut Sterz: Ja. Und nicht nur dort. Man muss sich anschauen, wie die präklinische Phase der Vakzine von Pfizer/BioNTech insgesamt aufgebaut war. Sie wurde ausschließlich an Ratten durchgeführt, obwohl die geltenden Richtlinien seit der Conterkan-Katastrophe zu Beginn der 60er Jahre grundsätzlich eine zweite Tierart vorschreiben. Außerdem wurden wichtige Untersuchungen gar nicht oder nur unzureichend durchgeführt.
Bei den geborenen Jungtieren wurde beispielsweise nur von außen das Allernötigste untersucht. Dabei ist es üblich, auch Verhaltensprüfungen vorzunehmen, um festzustellen, ob Jungtiere möglicherweise neurologische Schäden aufweisen. Das wurde schlicht nicht gemacht.
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