Evonik passt Dividendenpolitik an – Geld verdient man nur noch im Ausland

vor 5 Monaten

Evonik passt Dividendenpolitik an – Geld verdient man nur noch im Ausland
Bildquelle: Tichys Einblick

Das vergangene Jahr brachte der deutschen Chemiewirtschaft einen weiteren schweren Rückschlag. Der Gesamtumsatz der Branche brach um rund drei Prozent ein, die Produktion sank um weitere 2,5 Prozent. Die Kapazitätsauslastung liegt damit nur noch bei etwas mehr als 71 Prozent und die Produktion beinahe 20 Prozent unter dem Niveau vor den Corona-Lockdowns im Jahr 2019.

Auch für den deutschen Spezialchemiekonzern Evonik war das Jahr 2025 eine große Herausforderung. Der Umsatz sank nach vorläufigen Angaben von 15,2 auf 14,1 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 1,87 Milliarden Euro. Unterm Strich stand ein Nettoergebnis von 225 Millionen Euro, nach 222 Millionen Euro im Vorjahr. Die konsequente Kostensenkungsstrategie der Geschäftsführung um Vorstandschef Christian Kullmann scheint damit erste Wirkung zu zeigen und zu einer Stabilisierung des Ergebnisses beizutragen.

Zugleich richtet Evonik seine Dividendenpolitik neu aus. Künftig soll sie stärker an der tatsächlichen finanziellen Lage des Konzerns orientiert werden. Für das vergangene Jahr sank die Dividende auf einen Euro je Aktie. Zukünftig soll sie anhand einer Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses bemessen werden.

Mit diesen Schritten reagiert Evonik auf eine Entwicklung, die sich seit Jahren in der deutschen Wirtschaft abzeichnet. Der Heimatstandort verliert an Attraktivität, während Wachstum und Erträge zunehmend im Ausland erzielt werden. Besonders Nordamerika gewinnt für den Konzern an Bedeutung – hier liegt eindeutig die wirtschaftliche Perspektive, dort wird massiv in den Aufbau neuer Produktionskapazitäten investiert. Nur noch etwa jeder sechste Euro des Evonik-Geschäfts wird am Standort Deutschland umgesetzt.

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