Dem kaiserlichen Generalissimus Albrecht von Wallenstein wurde das Bonmot in den Mund gelegt: „Der Krieg ernährt den Krieg.“ Während des Dreißigjährigen Kriegs stand dieser Satz für ein Prinzip von erbarmungsloser Konsequenz. Gemeint ist damit, dass sich ein Heer in einem andauernden Konflikt aus den eroberten Gebieten selbst versorgt – durch Kontributionen, Plünderungen und Zwangsabgaben der Bevölkerung. Auf diese Weise rollt sich die Zerstörung gleichsam wie ein Perpetuum mobile durch die Zeit, bis der Acker abgeerntet ist.
Einem Zyniker fällt es wohl leicht, eine Brücke von Wallenstein zur Europäischen Kommission in Brüssel zu schlagen. Der bürokratische Moloch, der seine Greifarme wie ein Hyperstaat über das nationale Wesen ausgestreckt hat, nährt sich, indem er Verordnungen, Pflichtabgaben, Zölle, Protektionismus und Klimaregulierungen immer tiefer in den gesellschaftlichen Nährboden treibt – wie ein Wurzelwerk, das dem produktiven Teil der europäischen Gesellschaft stetig Energie entzieht.
Dem Aufbau des bürokratischen Hyperstaates folgten unvermeidlich dessen eigene Bastarde auf dem Fuß. Eine bürokratische Elite entwickelte sich: nicht gewählte Repräsentanten eines neuen Machtkorpus – wir nennen sie Kommissare – formen inzwischen eine Art Pseudoaristokratie. Innerhalb ihres bürokratischen Machtkörpers gedeihen parasitäres Verhalten, Ämtertausch wie die Simonie zur Hochzeit des Heiligen Stuhls, Vetternwirtschaft und eine Korruption, die stets das Verfallssymptom einer langsam, aber sicher niederbrechenden Staatsethik ist.
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