Wie nennt man das, wenn jemand sagt, dass er eine Sache macht – aber tatsächlich macht er dann das genaue Gegenteil? Bitte, merken Sie sich die Frage. Wir kommen gleich darauf zurück.
„Verordnung über die Erzeugung und das Inverkehrbringen von Pflanzenvermehrungsmaterial“. Das klingt kompliziert und ist es auch. Die Verhandlungen zwischen dem EU-Parlament, dem Europäischen Rat und der EU-Kommission über dieses neue Regelwerk starten im kommenden Jahr. „Trilog“ nennt man das im EU-Sprech, weil drei Institutionen daran beteiligt sind.
Erklärtes Hauptziel der neuen Verordnung ist die Förderung der Agrobiodiversität, also der Artenvielfalt in der Landwirtschaft. Zur Erreichung all ihrer Ziele kennt die EU bekanntlich stets nur zwei Instrumente: Zentralisierung und Vereinheitlichung. Das ist hier genauso. Und wie auch anderswo nur allzu oft, so wird auch hier durch Zentralisierung und Vereinheitlichung absehbar das Gegenteil von dem erreicht, was man erreichen zu wollen behauptet.
Die Pläne bedeuten einen bürokratischen Alptraum, der von kleinen Betrieben nicht zu bewältigen ist. Viele dieser kleinen Unternehmen werden aufgeben müssen – und die landwirtschaftliche Vielfalt wird massiv abnehmen.
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