Entwicklungshilfe-Skandal: Staatliche Fördergelder könnten bei der Huthi-Miliz gelandet sein

vor etwa 1 Monat

Entwicklungshilfe-Skandal: Staatliche Fördergelder könnten bei der Huthi-Miliz gelandet sein
Bildquelle: Apollo News

Jemenitische Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sollen mehrere Millionen Euro veruntreut haben. Mitarbeiter sollen deutsches Steuergeld für Seminare ausgegeben haben, die nicht stattfanden, und Fahrten abgerechnet haben, die nie durchgeführt wurden. Auch Währungsmanipulation soll betrieben worden sein. Bereits seit Mitte 2023 gab es erste Prognosen innerhalb der GIZ, dass der Schaden im zweistelligen Millionenbereich liegt. Doch von diesen Zahlen erfuhr der Aufsichtsrat erst in der vergangenen Woche, wie die Welt berichtet.

Bereits 2022 gab es erste Hinweise auf die Unregelmäßigkeiten, und im Frühjahr 2023 wurde der Aufsichtsrat erstmals über das grundsätzliche Problem des möglichen Betrugs informiert. Doch eine konkrete Summe wurde damals nicht genannt. Dabei lag dem Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel eben jene Prognose kurz darauf vor, dass der Schaden mehrere Millionen Euro betragen könnte. Während nach außen hin von „kaufmännischen Ungereimtheiten“ die Rede ist, war im Vorstand von „systematischem bandenmäßigem Betrug“ die Rede.

Die GIZ ist eine Organisation der Bundesregierung und kümmert sich um Entwicklungshilfeprojekte im Ausland. Hauptförderer ist das Entwicklungshilfeministerium. Von den über 24.500 Mitarbeitern weltweit sind knapp zwei Drittel Angestellte aus den jeweiligen Ländern. Für die gemeinnützigen Projekte gab es 2024 ein Budget von 3,7 Milliarden Euro. 86 Prozent davon stammten vom Entwicklungsministerium.

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