Elektroautos ohne Lichterglanz

vor mehr als 1 Jahr

Elektroautos ohne Lichterglanz
Bildquelle: Tichys Einblick

Das Weihnachtsfest naht, überall leuchten die Weihnachtsbäume in vollem Lichterglanz, auf Weihnachtsmärkten und Marktplätzen, in Kirchen und Kaufhäusern. Und auch in den Verkaufsräumen (neudeutsch: show-rooms) der Autohändler.

Hier werfen die Kerzlein am Baum ihr mildes Licht auf dichtgefüllte Stellflächen bei Elektroautos – und kaum belegte bei Verbrennern. Hier strecken die Tannen ihre bunt dekorierten Zweiglein voller Sehnsucht aus nach neuen Kunden. Vor allem für solche, die sich für Autos mit Batterie-E-Antrieb (BEV) interessieren, denn die sind reichlich vorhanden, und nicht für Verbrenner, weil die sind in den niedrigen Preisklassen nahezu ausverkauft.

Für Statistiker endet das Jahr 2024 im Autohandel durchschnittlich, aber mit dem berühmten mathematischen „unechten“ Durchschnitt gerechnet: Denn während das Geschäft mit Verbrennern nahezu boomt, herrscht bei Elektroautos Stillstand. So, als ob schwere Bleibatterien sie unbeweglich wie zu Beginn des Jahrhunderts machten, statt der sündteuren Hochleistungs-Lithium-Ionen-Akkus. Im Durchschnitt also ein ganz passables Geschäftsjahr – aber eben nur für Statistiker.

Die Lager mit neuen wie mit gebrauchten Elektroautos sind randvoll, aber nicht nur beim Handel als letztem Glied in der Absatzkette, auch bei den Autoherstellern quellen sie über. Einstellung von Fertigungsschichten bei Luxus-Elektroautos (Mercedes), Werksschließungen (Ford, in Verhandlung VW), Kurzarbeit und Entlassungen (Audi, Ford, VW), stehen auf der Tagesordnung. Ganz zu schweigen von sämtlichen großen (Bosch, Continental, Schaeffler, ZF usw.) und mittleren (Brose, Dräxelmaier, Hirschvogel ,LuK, Marquardt usw.) und kleinen Zulieferern. Üerall in der Autobranche wird restrukturiert, rationalisiert, zusammengelegt, abgebaut und/oder geschlossen.

Ein Entlassungs-Tsunami rollt zum Jahreswechsel 2024/2025 durch die gesamte deutsche Automobilindustrie, kein Glied in der Wertschöpfungskette kommt unbeschadet davon. Auch nicht die Curry-Wursterei bei VW. Nur zur Erinnerung die legendäre Bewertung von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder: „Currywurst … ist einer der Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters in der Produktion.“ Betroffen ist auch der berühmte „Bäcker um die Ecke“ oder der Lieferant alkoholfreier Getränke.

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