In jedem Ende kann sich der Anfang von etwas Neuem verbergen. Nichts wünscht sich Bundeskanzler Olaf Scholz nach dem Aus der Regierungskoalition sehnlicher als Aufwind für eine zweite Amtszeit. Und besiegelte am Mittwochabend doch mit seinen Worten den eigenen politischen Untergang.
Den Zuschauern, die eigentlich an den Fernsehern verharrt hatten, um den ARD-Brennpunkt zur US-Wahl zu schauen, präsentierte sich ein Olaf Scholz, dessen Maske gefallen war. Er trat zum Statement ans Rednerpult im Kanzleramt, um zu verkünden, dass er Finanzminister Christian Lindner entlassen hatte, dass die Ampel geplatzt war und der Bundestag im März neu gewählt werden soll. Doch mindestens ebenso wirkmächtig wie seine Worte war der Eindruck, den er hinterließ: Das passiv-aggressive Lächeln ist Scholz vergangen, hinter der schlumpfigen Fassade kommt die graue, erbarmungslose Mine eines Machtpolitikers zum Vorschein, der mit seiner Macht zugleich seine Existenz zu verlieren scheint.
Scholz auf der am Abend einberufenen Pressekonferenz.
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