Ein irreversibles Land

vor 4 Monaten

Ein irreversibles Land
Bildquelle: Apollo News

Die eigentümliche politische Metamorphose des Jürgen Trittin zeigt sich wohl am besten in einer zufälligen Begegnung im Zug. Michael Buback, der Sohn des 1977 vom Kommando „Ulrike Meinhof“ ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, trifft dort wenige Stunden vor einem Fernsehauftritt auf Trittin, der es da bereits zum Bundesumweltminister gebracht hat und gerade dabei war, der Vater des Atomausstiegs zu werden.

Buback spricht Trittin auf den berüchtigt gewordenen Text „Buback – Ein Nachruf“ an, ein Pamphlet, in dem die Studentenzeitung des Göttinger AStA in der Hochphase des Deutschen Herbst den linken Mord mit den Worten bedacht hatte, man könne eine „klammheimliche Freude nicht verhehlen“. Diese Zeitschrift wurde damals von einem linken Wahlbündnis, auch aus den maoistischen K-Gruppen, kontrolliert – u. a. vom KB, dem Trittin damals ebenfalls in Göttingen angehörte und in dem er bald danach hohe Funktionen bekleidete.

Trittin aber zeigt auch Jahre später als grüner Minister gegenüber dem Sohn des Ermordeten wenig Empathie; auf die Frage nach einer Distanzierung soll Trittin geantwortet haben: „Warum sollte ich?“. 1994 hatte Trittin den Text gar noch verteidigt: Ein Sponti habe „seine sehr emphatische Absage an den Terrorismus mit einigen sehr unstaatsgemäßen Gedanken eingeleitet“. Unstaatsgemäß – das ist das Wort, das Mr. Dosenpfand, der Überfigur der Grünen, zu „klammheimlicher Freude“ über einen politischen Mord einfiel.

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