Wenn es in Deutschland wirklich um die Wurst geht

vor 6 Monaten

Wenn es in Deutschland wirklich um die Wurst geht
Bildquelle: Tichys Einblick

Deutschland erlebt gerade keinen Dämpfer, sondern ein massives Wegbrechen, das man an Werkstoren und Firmenlisten ablesen kann. Die Wirtschaft tritt seit drei Jahren auf der Stelle, während immer mehr Betriebe schließen und die Zahl der Insolvenzen immer neue Höhen erklimmt. Im Dezember lagen die Firmenpleiten 15 Prozent über dem gleichen Monat 2024, besonders stark erwischte es Transport, Gastgewerbe und Bau. Im Gesamtjahr waren es mehr als 17.600 Insolvenzen, laut Leibniz-Institut Halle so viele wie seit 20 Jahren nicht. In dieser Lage will das Statistische Bundesamt erstmal keine weiteren Statistiken zu Insolvenzen mehr veröffentlichen.

Genau auf diesen Zustand blickt der Economist und zieht ein hartes Fazit über den Status quo der deutschen Wirtschaft. Er beschreibt keinen Einbruch, der sich auf ein einzelnes Segment begrenzen lässt, sondern eine Welle, die durch alle Branchen läuft, und er lässt keinen Zweifel daran, dass das alte Stabilitätsversprechen nicht mehr trägt.

Als Beispiel, an dem man den desaströsen Zustand dieses Landes ablesen kann, dient dem Economist ein Betrieb, der in Deutschland so selbstverständlich wirkt wie der nächste Bäcker an der Ecke: die Eberswalder Wurstwerke in Britz. In den 1980er Jahren war das Werk in der DDR mit rund 3.000 Mitarbeitern der größte Wursthersteller Europas, der Standort war 65 Hektar groß, dazu Friseur, Klinik, Bibliothek und Restaurant. Diese Zeit ist endgültig vorbei, und jetzt trifft es selbst den Rest: Rund 500 verbliebene Mitarbeiter erfuhren letzte Woche, dass der neue westdeutsche Eigentümer Tönnies das Werk bis Ende Februar schließen wird.

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