Der Denkfehler im Drosten-Dreisatz – wie mit einer unseriösen Hochrechnung Lockdowns legitimiert wurden

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Der Denkfehler im Drosten-Dreisatz – wie mit einer unseriösen Hochrechnung Lockdowns legitimiert wurden
Bildquelle: NiUS

Im Frühjahr 2020 wurde das öffentliche Leben stillgelegt. Schulen und Geschäfte schlossen, Spielplätze wurden mit Flatterband abgesperrt, und in manchen Städten war es sogar verboten, sich mit einem Buch auf eine Parkbank zu setzen – „verweilendes Sitzen“ galt nicht als triftiger Grund. Die Polizei kontrollierte Spaziergänger, Maskenpflichten wurden eingeführt, auch im Freien. In Berlin sprachen manche bereits von einer Corona-Polizei. „Vorsätzlich herumlungern verboten“, titelte die Taz am 26. März 2020.

Der Begriff, der all das umschrieb, kam aus dem Strafvollzug: Lockdown. Ursprünglich beschreibt er den Einschluss von Gefangenen in ihren Zellen – meist aus Sicherheitsgründen. Nun wurde er zum politischen Konzept im öffentlichen Raum. Begründet wurde das alles mit einem Rechenszenario, das in der Politik als wissenschaftlich abgesichert galt: Millionen Tote – so die Prognose – seien ohne diese Maßnahmen zu erwarten.

NIUS zeigt, warum diese Rechnung unseriös ist. Wichtig ist das nicht nur für die Aufarbeitung des Vergangenen, sondern auch aus Gründen der Prävention, falls künftig ein neuer Erreger entdeckt wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an Corona stirbt, geht gegen Null; die eines 90-Jährigen deutlich höher. Vor diesem Hintergrund betonte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit bei Markus Lanz, wie zentral es sei, die Corona-Sterblichkeit altersdifferenziert zu betrachten. Karl Lauterbach versuchte zwar, ihn mit der Behauptung, wonach das Alter berücksichtigt worden sei, aus dem Konzept zu bringen, doch Schmidt-Chanasit blieb klar: Bereits im März 2020, zur Zeit des ersten Lockdowns, habe es „Hinweise darauf“ gegeben, dass Kinder in Bezug auf die Sterblichkeit „eine ganz andere Last haben“, nämlich „eine viel geringere als zum Beispiel über 60-Jährige“. Seine zentrale Mahnung: „Das ist etwas, was immer zu kurz kommt. Wir müssen das altersstratifizieren.“

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