Hier stand sie einmal: die Dresdner Carolabrücke. Am 11. September 2024 stürzte sie ein, um 3:01 Uhr, kurz nachdem die letzte Straßenbahn über die Brücke gerollt war. Der sogenannte Brückenzug C, der westliche Teil, auf dem die Straßenbahnen sowie Rad- und Fußwege verliefen, brach auf einer Länge von rund 100 Metern zusammen und fiel in die Elbe.
Laut Experten-Gutachten vom Dezember 2024 war wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion der Hauptgrund des Einsturzes. Der verwendete „Hennigsdorfer Spannstahl“ aus DDR-Zeiten wies bereits seit dem Bau 1971 mikroskopische Risse auf, die über Jahrzehnte durch Witterung und Tausalze rosteten, bis die Tragfähigkeit schlagartig versagte.
Nur ein Bauzaun und ein Brückenaufleger sind noch von der Dresdener Brücken-Blamage zu sehen. Eineinhalb Jahre nach dem Einsturz steht die Stadt noch immer ohne Plan da, wann eine neue Brücke entstehen soll, geschweige denn, dass überhaupt etwas von einer neuen Brücke zu sehen ist.
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