CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ist mit seinem Rentner-Bashing noch nicht aus den Schlagzeilen heraus, da landet schon der nächste CDU-Mann einen respektablen Kommunikations-Gau: Kanzleramtsminister Thorsten Frei, sonst eher ein Mann der flauschig-weichen Watteworte, lässt sich bei Maischberger zu einer bemerkenswerten Aussage hinreißen. Im Doppelinterview mit der ehemaligen Grünen-Chefin Ricarda Lang sagt er: „Jeder der Vollzeit arbeitet, hat soviel Geld, dass er davon leben kann.“
Bäm! Nimm dass, deutscher Steuerzahler, der Du jedes Jahr bis Juli nur für den Fiskus schuftest. Um Dir danach mit versteuertem Geld Dinge zu kaufen, die dann wieder ständig besteuert werden. Dir geht’s doch töfte!
Frei kontert dünn. Auf Linnemanns Flop geht er gar nicht ein. Viele hätten nur deshalb einen Minijob, weil die Überstunden so stark besteuert werden. Das wolle die CDU nun ändern, indem der Zuschlag (wohlbemerkt: nur der Zuschlag, also ein ohnehin sehr geringer Teil) ab 2026 steuerfrei gestellt werde. „Ist jetzt ihr Ziel, dass Leute Vollzeit arbeiten und dann nebenbei noch dauerhaft Überstunden machen müssen?“, fragt Lang. Frei wirkt überfahren: „Entschuldigung, Entschuldigung“, stöhnt er und feuert dann in seiner Not den besagten Satz ab. „Jeder, der Vollzeit arbeitet, hat soviel Geld, dass er davon leben kann.“ Frei setzt sogar noch nach: „Es gibt nicht nur Menschen die ‘nen zweiten Job haben, weil sie ansonsten nicht über die Runden kämen. Es gibt auch Leute, die machen das, weil sie gerne mehr arbeiten und weil sie sich gerne einen weiteren Urlaub gönnen, weil sie sich ein größeres Auto gönnen möchten.“
Schöne heile CDU-Welt. Und Frei geht noch weiter: „Jeder entscheidet, was er in seinem Leben möchte. Und diejenigen, die gerne mehr machen möchten, die sollen auch mehr davon haben.“
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