Die Deutsche Industrie- und Handelskammer senkt ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,3 Prozent. Das gab die DIHK am Dienstag bekannt. Grundlage ist die Konjunkturumfrage Frühsommer 2026 unter 23.000 Unternehmen nahezu aller Branchen und Regionen. Damit gibt es in diesem Jahr weder privatwirtschaftliche Wachstumsimpulse noch positive Effekte durch die massive Ausweitung der Staatsverschuldung auf die deutsche Wirtschaft.
Die verbliebene Wachstumsrate von 0,3 Prozent lässt sich ausschließlich durch kalendarische Effekte erklären. In diesem Jahr fallen mehr Feiertage auf das Wochenende, dadurch wird mehr gearbeitet, was die Wirtschaftsleistung des Jahres kurzfristig anhebt. Die Effekte des Sondervermögens Infrastruktur und Klima, die früher auf 0,6 Prozentpunkte geschätzt wurden, verpuffen damit völlig.
Die DIHK spricht von einer Doppelkrise: Neben die „strukturellen Standortschwächen“ tritt aktuell die Energieknappheit im Kontext des Irankrieges. Viele Betriebe hätten „kaum noch Reserven, um Belastungen etwas entgegenzusetzen“, erklärte Helena Melnikov, die Hauptgeschäftsführerin der Kammer. Sie fordert „richtige Prioritäten“ und „mutige Reformen“ von der Bundesregierung – darunter Steuersenkungen auf Strom, für Unternehmen und bei der Einkommensteuer sowie ein „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“ und keine Anhebung der Lohnnebenkosten, auch nicht bei der Beitragsbemessungsgrenze.
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