Die Fabel von der Grille und der Ameise gehört zu den bekanntesten Fabeln des antiken Dichters Äsop (6. Jahrhundert v. Chr.). Berühmt wurde sie später auch durch die Version von Jean de La Fontaine. Den ganzen Sommer über singt und musiziert die Grille, während die Ameisen unermüdlich Vorräte für den Winter sammeln. Als der Winter kommt, hat die Grille nichts zu essen. Hungrig bittet sie die Ameisen um Hilfe.
Die Ameisen fragen: „Was hast du den ganzen Sommer getan?“ Die Grille antwortet: „Ich habe gesungen.“ Darauf erwidern die Ameisen: „Dann tanze jetzt.“
Es ist die klassische Moral, die da vermittelt wird: Fleiß und Weitsicht werden belohnt, Leichtsinn und mangelnde Vorsorge haben Folgen.
Nun gilt die Fabel als überholt. Auch Singen und Tanzen soll im modernen Staat belohnt werden, und derjenige, der unverschuldet in Not gerät, dem soll geholfen werden, und demjenigen, der einfach nichts unternimmt. Man nennt es „Solidarität“. Es hat seit den Zeiten des Wilhelminismus einigermaßen funktioniert und verschlingt mittlerweile
Und die Ausgaben wachsen ständig weiter. Die aktuellen Reformen sollen wenigstens das Wachstum eindämmen und der schrumpfenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in Zeiten des grünen „De-Growth“ einschränken. Man kann das verstehen. Aber alle Reformen haben einen grundlegenden Fehler: Es werden diejenigen, die arbeiten und Beiträge bezahlen, noch weiter belastet und geschröpft. Damit verfliegt jeder Anreiz zu arbeiten – und Beiträge zu zahlen.
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