Wenn man so mancher Berichterstattung über die neue US-Regierung folgt, ist das Land mit Trumps Antritt wahlweise zu einer „Oligarchen-Republik“, „Broligarchie“ oder Herrschaft der „Räuberbarone“ geworden. Die Bilder von Musk, Zuckerberg und Bezos, wie sie sich zur Amtseinführung um den neuen Präsidenten scharen, gelten als Beweis genug.
Die neue linke Angriffsschiene auf Trump und seinen Triumph bei den letzten US-Wahlen ist klar: Statt Marionette Putins (verzweifelter Erklärungsversuch von 2016) soll er diesmal eine Marionette des amerikanischen „Big Business“ und vor allem „Big Tech“ sein. Dieser Delegitimierungsansatz war Linken eigentlich schon immer lieber als der – zwar wahrheitswidrige, aber wenn man ehrlich ist vom Grundimpuls viel eher konservative – Vorwurf des Verrats ans Ausland. Trump und der amerikanische Wild-West-Kapitalismus – alles in einem Feindbild, das fühlt sich auch für viele deutsche Journalisten, die doch so gerne besser wissen, wie es in Washington laufen sollte, viel passender an.
Aber tatsächlich nicht nur hierzulande: Auch US-Linke schalten in ihrer Verzweiflung neuerdings auf diese Attacke um. „Donald Trump stellt eine Regierung zusammen, die sich auf die Wall Street konzentriert – nicht auf die Main Street“. Mit „Main Street“ sind hier die Durchschnittsamerikaner gemeint. Mit solchen Tweets versuchen aktuell die US-Demokraten Stimmung gegen Trump zu machen. Es sind fast wortwörtlich die gleichen Sprüche wie vor 12 Jahren: „Barack Obama kümmert sich um die Main Street. Mitt Romney kümmert sich um seine Freunde an der Wall Street“, hieß es damals.
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