Jahrelang versprachen Politik und Wirtschaft die Zuwanderung von Fachkräften, die den Arbeitsmarkt stabilisieren, die Sozialsysteme entlasten und den demografischen Wandel ausgleichen würden. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt jetzt: Genau die Migranten, die wirklich gearbeitet haben, bleiben weg. Und die Deutschen, die noch was können, packen die Koffer.
Über ein Jahrzehnt lang war Zuwanderung aus den neuen EU-Mitgliedsländern eine wichtige Stütze für den deutschen Arbeitsmarkt. Zuletzt stellten diese Staatsangehörigen 5,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland und waren unverzichtbar für Saisonarbeit, etwa in der Landwirtschaft. Doch diese Rechnung geht nicht mehr auf. 2025 haben netto 45.000 mehr Staatsangehörige der neuen EU-Länder Deutschland verlassen, als neu zugezogen sind. 2024 waren es bereits 35.000.
Das IW hält eine erneute stärkere Zuwanderung aus dieser Gruppe für unwahrscheinlich: Der demografische Wandel schafft auch dort inzwischen eigene Engpässe, und das wirtschaftliche Gefälle zu Deutschland ist kleiner geworden. Wer fleißig ist, muss nicht mehr auswandern, um Arbeit zu finden.
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