„Zwei Leben in Deutschland“: So hat der große Hans Rosenthal einst seine Autobiografie genannt. Heute gilt für die meisten Menschen bei uns:
Ein Leben in zwei Deutschlands.
Es ist nicht die eine, große Bruchlinie, die unser Land spaltet. Es sind mehrere. Manche sind breiter, andere schmaler. Teilweise verlaufen sie parallel, teilweise überschneiden sie sich: jung gegen alt, arm gegen reich, Stadt gegen Land, Mann gegen Frau, Markt gegen Staat.
Relativ neu ist dabei nur der Konflikt zwischen autochthoner christlicher Bevölkerung und zugewanderten Muslimen. Die anderen diversen Gegensätze gibt es schon lange. Aber sie haben sich verändert. Und sie haben sich verschärft.
Wahlentscheidungen richten sich immer nach dem kulturellen Milieu des Wählers. Die Ergebnisse der Wahlen jüngst in Baden-Württemberg und zuletzt im Bund unterstreichen den vermutlich wichtigsten Gesellschaftskonflikt im real existierenden Deutschland.
Da sind zuvorderst die Profiteure des aktuellen Systems. Sie sitzen im erweiterten Öffentlichen Dienst: als Beamte, als Mitarbeiter im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in den staatsabhängigen NGOs, in den staatsabhängigen Meldestellen, in den staatsabhängigen Stiftungen, in den staatsabhängigen Instituten, in den Staatsparteien und in den riesigen Apparaten des Parlamentsbetriebs.
Sie leben von Steuergeld, direkt oder indirekt. Meistens eher direkt. Ihr Lebensgefühl ist von Unkündbarkeit definiert – also von einer ökonomischen Sicherheit, von der die ernsthaft arbeitende und netto steuerzahlende Bevölkerung nur träumen kann.
Eine Untergruppe bilden die Arbeitsunwilligen. Sie können den von anderen, arbeitenden Menschen alimentierten Steuertopf vor allem dank der SPD nahezu nach Belieben ausplündern. „Das nennt man Sozialstaat“, heißt es dann. Dass niemand ein Recht darauf hat, auf Kosten anderer zu leben, nannte man früher Gerechtigkeit.
Die Steuerempfänger und die Steuerzahler stehen an den gegenüberliegenden Ufern eines sehr breiten und sehr tiefen Flusses. Ihre Lebenswelten haben kaum noch Berührungspunkte. Es führt keine Brücke mehr von der einen Seite zur anderen.
Systemprofiteure wählen Systemparteien. Arbeiter (und immer mehr Angestellte und Selbständige) wählen AfD.
„Menschen, die an Long Tagesschau leiden.“
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