In diesen Tagen feiern wir ein Jubiläum: Am 2. Februar 2010 war der symbolische „Erste Spatenstich“ von Stuttgart 21. Das markierte den offiziellen Baubeginn für das Großprojekt.
Die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg war anfangs für 2019 geplant. Dieser Termin wurde mehrfach verschoben – so oft, dass heute keiner mehr mit dem Zählen hinterherkommt. Der bisher letzte avisierte Eröffnungstermin lag im Dezember 2026 – und wurde im November 2025 abgesagt.
Inzwischen traut man sich noch nicht einmal mehr, das Ende der Bauarbeiten überhaupt irgendwie zeitlich konkret zu benennen. Der nächste, dann angeblich verbindliche Eröffnungstermin soll Mitte 2026 bekanntgegeben werden.
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Das ist natürlich kein Grund zum Feiern.
Inzwischen wird unter der Stuttgarter Erde länger gebaggert als am Berliner Flughafen. Genau 16 Jahre dauern die Arbeiten nun schon. Der BER war immerhin nach 14 Jahren fertig. Und auch das war im internationalen Vergleich erbärmlich.
Das Schlimmste daran ist nicht einmal, dass unser Land ganz offenkundig die Fähigkeit verloren hat, halbwegs anspruchsvolle Projekte in einer auch nur irgendwie akzeptablen Zeit zu erledigen.
Das Schlimmste ist, dass wir es gar nicht mehr ernsthaft versuchen.
In unserer eigenen Wirtschaft und erst recht im Ausland sieht man die Aussichten für unser Land von Monat zu Monat düsterer. Wenn man sich umhört, was die Leute so wenig zuversichtlich stimmt für Deutschland, taucht vor allem ein Grund immer wieder auf:
Die Ambitionslosigkeit.
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Die fängt im Kleinen an und hört im Großen auf.
Die Ernst-Reuter-Schule in Berlin muss saniert werden. Das weiß man seit 2020. Erst jetzt, 2026, beginnen die Bauarbeiten. Nach sechs Jahren Planung hat man für die eigentliche Renovierung also noch einmal satte sechs Jahre veranschlagt.
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