Wirklich belastbare Zahlen gibt es nicht. Das deutsche Abendbrot atmet noch (wenn es das könnte). 90 Prozent aller Familien sehnen sich angeblich danach. 40 Prozent empfinden das gemeinsame Abendessen aber als stressig. Manchmal braucht man keine Statistiken, um festzustellen, was ist. Das traditionelle Abendbrot, das die Deutschen seit der ersten Eisenbahnfahrt von Nürnberg nach Fürth groß und stark gemacht hat, gibt es in der traditionellen Art nicht mehr. Wenn ja, dann am Samstag. Traditionelle Art – das sind Schwarzbrotscheiben mit Aufschnitt und Käse. Dazu ein paar Tomaten und Gurken. Herrscht schon „Schnittchen-Dämmerung“, wie die Zeit kalauerte?
Die ganze Familie an einem Tisch – das ist fast zum Luxus geworden. Oft gibt es diesen einen Tisch gar nicht, Möbel müssen „multitasken“. Also Platz bieten für Laptop und laktosefreie Lebensmittel, für Softdrinks und Salat. Und dann sollen noch Stullen hinpassen. Und ein Handy für jedes Familienmitglied.
Ein Negativbeispiel: Statt eines Mahls in geselliger Runde wird oftmals mit dem Handy gechattet – hoffentlich wenigstens miteinander.
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