Otto von Bismarck war nicht nur der Vollender der deutschen Einheit, sondern auch der Begründer des modernen Sozialstaats. Daher war es mehr als eine bloße Geste, als Bundesaußenministerin Annalena Baerbock nach nur wenigen Monaten im Amt den Bismarck-Saal im Auswärtigen Amt umbenannte und das Portrait des Namensgebers abhängen ließ.
Dass eine unbeholfene Ministerin, eine Trampolin-Springerin mit erheblichen Schwächen in der deutschen (ebenso wie der englischen) Sprache das Gedenken an den ersten Reichskanzler, bei dem sie vermutlich nicht einmal in der Poststelle untergekommen wäre, zu eliminieren versuchte, war ein Menetekel. Denn die unheilvolle Kombination aus Hybris und Unvermögen hat nach drei Ampeljahren nicht nur die deutsche Außenpolitik zum weltweiten Gespött gemacht, sondern auch den deutschen Sozialstaat ruiniert.
Das gilt vor allem für die gesetzliche Krankenversicherung. Der egomane Selbstdarsteller Karl Lauterbach hat in seinen gut drei Jahren als Bundesgesundheitsminister kein einziges der drängenden Probleme des Gesundheitssystems angepackt, geschweige denn einer Lösung näher gebracht. Im Gegenteil: Ging es der gesetzlichen Krankenversicherung bei seinem Amtsantritt bereits schlecht, so liegt sie jetzt auf dem Sterbebett. Rekorddefizite trotz Rekordeinnahmen und explodierende Ausgaben bei implodierender Leistungsfähigkeit: Das muss man erst einmal schaffen.
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