Der Putsch der Kaufleute

vor 7 Monaten

Der Putsch der Kaufleute
Bildquelle: Tichys Einblick

Während der Wirren der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen, die im 17. Jahrhundert überall in Westeuropa zwischen katholisch, protestantisch und in England anglikanisch geprägten Regenten und Bevölkerungsgruppen herrschten, ergaben sich immer wieder Möglichkeiten für ambitionierte Geldverleiher, ihren Einfluss entscheidend auszuweiten. Zwar hatten Kriege schon immer viel Geld gekostet, inzwischen war es aber üblich, zusätzliche Soldaten und Ausrüstung sowie die laufende Unterhaltung der Armeen in Kriegszeiten mit Krediten zu finanzieren.

Glänzende Geschäftsmöglichkeiten für gewiefte Finanziers, die oft parallel mehrere Kriegsparteien finanzierten und durch die ganze Dynastien wie die Fugger entstanden waren. Doch Reichtum genügte ihnen nicht länger, sie wollten Kontrolle über das Geld der Nationen, und so wurde im 17. Jahrhundert ein enormer geldgeschichtlicher Entwicklungssprung gemacht. Damals wurden die Grundlagen für das heutige Finanzsystem gelegt, und seit dieser Zeit ist die weitere Geschichte des Geldes mit der Geschichte des Bankwesens verknüpft.

Die Veränderungen begannen mit der 1609 gegründeten Amsterdamer Wechselbank (niederländisch Amsterdamsche Wisselbank). Diese nahm Gelder in den unterschiedlichsten Währungen an und schrieb die Einlage jeweils in Bankgulden gut, für die die Stadt Amsterdam die vollständige Deckung in Silber garantierte.

Diese Bankgulden waren eine virtuelle Verrechnungseinheit, mit denen die Bank bargeldlosen Zahlungsverkehr zwischen verschiedenen Konten ermöglichte und so das Buch- oder Giralgeld in Europas Banken endgültig etablierte. Daher wird offiziell die Amsterdamer Wechselbank als erste Zentralbank der Welt angesehen.

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