Deutschland muss sich auf seine Stärken und seine besten Traditionen besinnen: den Obrigkeitsstaat

vor 8 Monaten

Deutschland muss sich auf seine Stärken und seine besten Traditionen besinnen: den Obrigkeitsstaat
Bildquelle: Tichys Einblick

Vor kurzem konnte man in der eher linksliberalen FAS einen Bericht über einen hessischen Professor lesen, dem seine Hochschulleitung die Lehrbefugnis entzogen hatte. Grund dafür waren eine frühere Mitgliedschaft in der AFD, persönliche, aber wohl eher sporadische Kontakte zu Jürgen Elsässer – der in der Tat als rechter Scharfmacher gilt – und seiner Familie und vor allem ein umfangreiches Dossier des Verfassungsschutzes, das den Professor als Verfassungsfeind darstellte, den man nicht auf Studenten loslassen dürfe. Offenbar hatte der Verfassungsschutz den Hochschullehrer seit langer Zeit observiert und eine Akte über ihn angelegt.

Aber soll man den Erfolg des Hochschullehrers wirklich feiern? Wäre das nicht naiv? Deutschland ist heute ein Land im steilen Niedergang. Die Infrastruktur zerbröselt, die Verwaltung konzentriert sich auch im Auftrag des Brüsseler Dirigismus, den man ohne alle Vorbehalte vollständig verinnerlicht hat, oft genug darauf, jede produktive Arbeit zu behindern, und ein Deindustrialisierungsprozess hat eingesetzt, dessen Ende in keiner Weise absehbar ist. Vermutlich wird er sich nicht mehr aufhalten lassen. Überdies sind der Sozialstaat und das Gesundheitswesen in der jetzigen Form nicht mehr zu finanzieren.

Es sieht also ziemlich düster aus und die Unzufriedenheit unter den Bürgern wird immer größer und äußert sich nun auch unverhohlen in trotziger Widersetzlichkeit, gefährlichem Räsonieren und gelegentlich sogar in offener Auflehnung. Das kann vom Falschdenken bis hin zu gefährlichem „Falschwählen“ reichen. Das ist alles sehr besorgniserregend. Gerade in dieser kritischen Situation sollten wir uns auf das besinnen, was uns einst als Nation stark gemacht hat: das bedingungslose Vertrauen in den Staat und die Obrigkeit. Gerade Hessen respektive Kurhessen konnte sich nach 1815 rühmen, von tatkräftigen Herrschern mit einer starken Neigung zum Neo-Absolutismus regiert zu werden, auch wenn die Gerichte schon damals, so wie heute das hessische Verwaltungsgericht im Fall des inkriminierten Professors sich solchen Bestrebungen in kritischen Momenten gelegentlich in den Weg stellten. Ihnen fehlte eben die Einsicht, dass die Obrigkeit es im Grunde genommen doch immer besser weiß als der Untertan mit seiner arg beschränkten Weltsicht. Umso erfrischender ist es, dass die dortige CDU so energisch an althessische Traditionen im Umgang mit unbotmäßigen Untertanen anzuknüpfen versucht.

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