Der Minenarbeiter in der Schreibstube

vor 4 Monaten

Der Minenarbeiter in der Schreibstube
Bildquelle: Tichys Einblick

Schreiben muss Spaß machen. Das zumindest könnte man als Leser einer der amüsanten Geschichten von Don Camillo und Peppone vermuten. Doch für den Schöpfer dieser Geschichten, Giovannino Guareschi (1908–1968), der nebenbei dem Leinwand-Peppone fast aufs Haar glich, war es vor allem eins: Arbeit. Harte, tägliche Arbeit, wie in einer Mine, der er pflichterfüllt zeit seines Lebens nachging. Arbeit, die ihn zu einem der populärsten Autoren Italiens machte – und auch zu einem der meistangefeindeten.

TE-Autor Marco Gallina hat diesem Mann ein Buch gewidmet, das vom ersten Satz an deutlich macht, dass es im Geiste Guareschis selbst geschrieben ist. Hier ist eine Geschichte, die erzählt werden will und ein Erzähler, der das Können dazu mitbringt.

Gallinas Biographie beginnt am Grab. Am 24. Juli 1968 wird Guareschi in Roncole bestattet, dem Geburtsort Giuseppe Verdis. Eine schlichte Feier. Keine Kerzen. Keine Blumen. Keine Musik. Kein Kranz des Staates. Dafür ein einzelner Prominenter im Regen, ohne Schirm, Wassertropfen auf dem weißen Haar: Enzo Ferrari. Der legendäre Ingenieur und der Schriftsteller waren Freunde gewesen. Keiner von beiden hatte je damit geprahlt, den anderen zu kennen. Auf dem Sarg liegt die Trikolore mit dem Wappen des Hauses Savoyen. Es ist ein Bekenntnis zu einer Nation, die es nicht mehr gibt. Es ist das erste, aber gewiss nicht das letzte Mal, dass der Leser von Gallina durch eine fast schon filmisch anmutende Szene geführt wird.

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