Vor etwa 2000 Jahren wurde Jesus vom religiösen Establishment in Israel mit der Fangfrage konfrontiert, ob aus seiner Sicht den römischen Besatzern Steuern zu zahlen seien. Hätte er mit „Ja“ geantwortet, wäre er beim jüdischen Volk in Ungnade gefallen, hätte er mit „Nein“ geantwortet, hätte man ihn bei den herrschenden Römern angeschwärzt.
Doch Jesus entging der Falle, indem er sich die übliche Steuermünze, einen Silberdenar, zeigen ließ und fragte, wessen Bild und Aufschrift diese trage. Auf die Antwort, es sei die „des Kaisers“ konterte der Sohn Gottes und sagte: „Also gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Seine Antwort löste beträchtliche Verwunderung aus, war man doch damals in Israel der Ansicht, dass Silber und Gold allein Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, gehöre und die Menschen allenfalls diese Schätze zu verwalten hätten.
In früheren Zeiten, zum Beispiel als Abraham um 2000 vor Christus sein Grundstück kaufte (siehe Ausgabe 3/25), traf diese Ansicht auch voll und ganz zu. Um das Jahr 570 v. Chr. herum kam es jedoch in Lydien, einem untergegangenen Königreich auf dem Gebiet der heutigen Türkei, unter den Herrschern Alyattes II. und seinem Sohn und Nachfolger Krösus zu einer bedeutenden geldgeschichtlichen Veränderung: An sich war es eine großartige Idee, als die Lyder begannen, ihre damalige Geldlegierung, die aus einer Mischung von Silber und Gold bestand und Elektrum genannt wurde, gewichtsmäßig zu standardisieren. So konnte ab sofort auf das umständliche Abwiegen des Geldes verzichtet und durch einfaches Abzählen der Edelmetallstücke ein Kaufpreis entrichtet werden.
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