In der Nacht zum 4. Januar brannte auf dem privaten Wohngrundstück des Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner bei Templin in der Uckermark ein Schuppen neben dem Wohnhaus. An die Haustür wurde ein rotes Dreieck gesprüht, das als Symbol der Hamas gilt. Zuvor soll ein Brief mit Morddrohungen und Beschimpfungen wie „Zionsschwein“ an Büttners Büro im Landtag geschickt worden sein. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Solidaritätsbekundungen kamen unter anderem vom israelischen Botschafter Ron Prosor und vom Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein.
Inzwischen aber hat die Geschichte eine Wendung genommen, die der Tagesspiegel recherchiert hat und die sich zunehmend wie ein schlechter Benny-Hill-Sketch mit der berühmten Sounduntermalung liest, wäre der Vorgang nicht politisch und strafrechtlich bitterster Ernst: Zwei Freunde und Geschäftspartner Büttners, Daniel R. und Lucas S., stehen nach Ermittlungen des Landeskriminalamts im Verdacht, den Anschlag verübt zu haben.
Die Generalstaatsanwaltschaft ließ in der vergangenen Woche Geschäfts- und Wohnräume der beiden Tatverdächtigen in drei Bundesländern durchsuchen. Büttner selbst wird von den Ermittlern bislang als Zeuge geführt. Er bestreitet jede Verwicklung in den Anschlag und jede vorherige Kenntnis. Doch die Verbindungen zwischen dem Antisemitismusbeauftragten und den beiden 25-Jährigen waren nach den Recherchen des Tagesspiegels enger, als bislang bekannt war.
Mitte Dezember 2025, zweieinhalb Wochen vor dem Brandanschlag, verbrachte Büttner mit Daniel R. und Lucas S. eine Nacht in einem Romantikhotel im Südharz unweit von Göttingen. Büttner bestätigt den Aufenthalt. Anlass sei eine „Gesellschafterversammlung“ der gemeinsamen Firma gewesen, die 2023 gegründet wurde und im Handelsregister als Zweck „Unternehmensberatung“ angibt. Büttner hält 51 Prozent der Anteile, Daniel R. und Lucas S. jeweils 24,5 Prozent. Daniel R., bei Gründung 22 Jahre alt, wurde Geschäftsführer.
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