Deep State statt Deep Fake

vor 4 Monaten

Deep State statt Deep Fake
Bildquelle: Tichys Einblick

Am Dienstag schrieben wir an dieser Stelle: In Berlin hat man das Verfahren optimiert, man legt den Entwurf in die Schublade und wartet auf den passenden Moment. Seitdem ist einiges passiert. Nicht im Sinne neuer Beweise gegen Christian Ulmen, wohlgemerkt, es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Aber im Sinne einer sich rapide zersetzenden Erzählung, auf deren Grundlage gerade ein Gesetz durchs Kabinett gebracht werden soll.

Fernandes selbst hat das offenbar schriftlich klargestellt, in persönlich beantworteten Fragen gegenüber NIUS. Auf die Frage nach den Vorwürfen gegen Ulmen trennt sie ausdrücklich: „Das sind verschiedene Punkte. Zum einen gibt es Menschen, die Deepnudes von mir online gestellt haben, zum anderen gibt es die pornografischen Videos, die der Täter unter meiner Identität verschickt hat.“ Die Deepfakes stammen von unbekannten Dritten. Ulmen wird vorgeworfen, reale pornografische Videos mit Frauen verschickt zu haben, die Fernandes „zum Verwechseln ähnlich“ sahen, und zwar über Fake-Profile, die ihren Namen trugen.

Das ist, wenn es stimmt, widerwärtig und strafrechtlich relevant. Aber es ist kein Deepfake. Und es ist kein Fall, der neue KI-Gesetze erfordert. Der Spiegel formulierte so geschickt um diese Leerstelle herum, dass Millionen Leser exakt das verstanden, was sie verstehen sollten: Ulmen hat Deepfakes seiner Frau erstellt. Die Beleglage dafür ist offenbar dünn. In der ZDF-Dokumentation von 2024, die Fernandes gemeinsam mit HateAid und der ehemaligen Correctiv-Journalistin Marie Bröckling drehte, ist nur von einem einzigen Deepfake-Clip die Rede, der auf Pornhub hochgeladen und nach Meldung gelöscht worden sein soll. Fernandes hat ihn nach eigener Aussage nie gesehen: „Es gab einen ganz konkreten Clip, da habe ich mir quasi erzählen lassen, was darin passiert.“ Der Spiegel ließ eine Anfrage zu seiner Beleglage unbeantwortet.

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