Heutzutage scheint es zum Anforderungsprofil führender Politikerinnen zu gehören, gegen die Interessen von Frauen zu arbeiten.
Vor allem das Bundesfamilienministerium, zu dessen Ressort explizit Frauen gehören, tut sich seit geraumer Zeit damit hervor, diese Zielgruppe zu sabotieren. Besonders sichtbar wurde das unter Lisa Paus, die die Progress-Pride-Flagge vor ihrem Ministerium hisste, und das Selbstbestimmungsgesetz förderte, statt ihrem Kollegen Buschmann in den Arm zu fallen.
Man warb lieber mit Pädokriminellen für Diversität, als Hilfsangebote für Schwangere in Notsituationen zu schaffen oder sich für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzusetzen.
Umso erfreulicher, dass sich nun Julia Klöckner mit einem marginalisierten Frauenthema prononciert zu Wort gemeldet hat.
Im Rahmen der Verleihung des Heldinnen-Preises der Alice-Schwarzer-Stiftung an zwei Streetworkerinnen, die sich gegen Prostitution einsetzen, nannte Klöckner Deutschland den „Puff Europas“, sprach von einem „Sklavinnenmarkt“. Sie forderte die Einführung des sogenannten Nordischen Modells, das heißt eines Sexkaufverbots, das Freier und Zuhälter kriminalisiert, nicht aber Prostituierte. Gesundheitsministerin Nina Warken, zugleich Vorsitzende der Frauenunion, sprang Klöckner bei.
Die Stimmen konservativer Frauen sind an dieser Stelle unverzichtbar. Im linken Spektrum dienen Frauenfragen vor allem als Instrument zur Durchsetzung anderer Ziele. Frauen sind „nützliche Idiotinnen“, die gesellschaftliche Transformation vorantreiben, die am Ende vorrangig ihnen selbst schadet. Alt-Feministinnen, im woken Slang TERFs („trans-exclusive radical feminists“), haben dies bezüglich der Themen Transideologie, Leihmutterschaft und Prostitution erkannt, und müssen nun ungewöhnliche Allianzen mit Konservativen und Christen schmieden.
Der Einstieg in das Nordische Modell ist überfällig. Kritiker machen darauf aufmerksam, dass dies den Schutz von Prostituierten erschwere, weil das Geschäft mit dem Sex dadurch in die Illegalität und aus dem Blickfeld gerate. Das ignoriert jedoch sowohl die grundsätzliche ethische Problematik als auch die Realität. An ihr ist der Versuch, durch legale Strukturen illegale zu zerschlagen, bereits gescheitert.
Richtig ist, dass das Nordische Modell Prostitution nicht vollkommen verhindern kann, zumal in einem Europa der Freizügigkeit, wo Prostituierte und Freier jeweils in Länder mit liberaler Gesetzgebung abwandern. Hier wäre koordiniertes Vorgehen notwendig. Und natürlich muss Strafverfolgung intensiviert, die Zusammenarbeit von Behörden und Hilfsorganisationen koordiniert werden, wenn Frauen geschützt, Täter bestraft werden sollen. Der Gedanke, man müsse sexuelle Ausbeutung aufgrund solcher Probleme dulden, ist jedoch ein Fehlschluss.
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