Papst Franziskus ist am Ostermontag im Alter von 88 Jahren gestorben. Wochenlang hatte der Argentinier an den Folgen einer schweren Lungenentzündung gelitten. Zum Osterfest konnte Franziskus (bürgerlich: Jorge Mario Bergoglio) ein letztes Mal den berühmten Segen „Urbi et Orbi“ spenden. Ein Nachruf auf das verstorbene Oberhaupt der katholischen Kirche.
Am Ostersonntag segnete Franziskus ein letztes Mal die Gläubigen.
Wer war Papst Franziskus?
Um das Pontifikat von Papst Franziskus zu verstehen, muss man zunächst das Amt des Papstes verstehen. Der Bischof von Rom ist nicht irgendein besonderer Verwaltungschef, sondern „Vicarius Christi“ – Stellvertreter Christi. Erst Papst Franziskus wertete dies im „Annuario Pontificio“, dem Jahrbuch des Heiligen Stuhls, 2020 zum „historischen Titel“ ab. Der Papst ist Nachfolger Petri, dem ersten aller Apostel, dem Jesus Christus persönlich die höchste universale Gewalt über die Kirche verlieh. Päpstliche Aussagen sind unfehlbar, allerdings nur, wenn er sie ex cathedra verkündet. Und die Kirche ist hierarchisch, allerdings sind die an Stelle der Apostel getretenen Bischöfe die wichtigsten Bezugspersonen für einen Katholiken.
Damit wären wir auch schon bei zwei wichtigen Punkten angelangt, die wissen sollte, wer über die katholische Kirche, das Papstamt und den nun im Alter von 88 Jahren verstorbenen Papst Franziskus urteilt. In dem, was der Pontifex in einem Interview äußert und was er als privater Theologe schreibt, ist er eben nicht unfehlbar.
Andererseits hat alles, was der Papst tut – ja selbst wie er sich kleidet und wo er wohnt – eine politische Implikation. So war es denn auch im Jahr 2013 ein bewusster Bruch mit der Kurie, als der soeben zum Papst gewählte Jorge Mario Bergoglio sich auf dem Petersplatz nicht mit päpstlicher Mozetta (bis zum Ellenbogen reichender Schulterkragen) und Stola (verzierter Stoffstreifen) zeigte und später nicht in den Apostolischen Palast einzog, sondern ins vatikanische Gästehaus Santa Marta. Franz-Kritiker deuteten das bereits als klares Zeichen gegen die kirchliche hierarchische Ordnung und eines falschen Gleichheitsbestrebens.
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