Das Abi-Motto: Wehret den Anfängen!

vor etwa 1 Jahr

Das Abi-Motto: Wehret den Anfängen!
Bildquelle: Tichys Einblick

Angefangen hat es ganz harmlos, so, wie die Dinge meist anfangen: Die Abschlussklasse der Gießener Liebigschule verabredete sich auf einem anonymen Portal, um den „Abi-Streich“ (Sie kennen das: Dem unbeliebtesten Lehrer wurde damals die Ente oder der R4 umgedreht oder die Türschlösser verklebt oder sonst irgendwas „Lustiges“) zu planen und diesem natürlich auch ein Motto zu geben. Und wie das so ist, wenn ein Haufen End-Teenies zusammensitzt, wird’s beim gemeinsamen No-Brainstorming dann gern schon einmal dämlich. Also, irgendein Wortspiel mit „Abi“ wäre natürlich lustig. Man hätte beispielsweise „Abi und los“ oder „TrAbifahrt“ oder „Abiszess am Hintern“ oder so etwas in der Art nehmen können. An der Kasseler Herderschule haben sich die kommenden Ärzte und Rechtsanwälte das kreuzbiedere Motto „Abiversum. Wir greifen nach den Sternen“ gegeben. Gähn.

In Gießen lief die Sache allerdings etwas aus dem Ruder und in dem seltsamen ABIstimmungsportal tauchten dann Vorschläge wie „Abi macht frei“ oder, ganz verwegen, „Abi Akbar – Explosiv durchs Abi“ auf. Aber damit nicht genug: Gewonnen hat in der anonymen Abfrage der Spruch: „„NSDAbi – verbrennt den Duden“. Nicht schön. Also, obwohl eine derartige Losung oder Lösung von einem kreativen Standpunkt aus gesehen durchaus „interessant“ ist, dürfte jedem Beteiligten und jeder Beteiligter und jedens Beteiligtens klar gewesen sein, dass derartiger Mist natürlich nicht in Frage kommt. Da hätten die komplette höhere ABILdungsanstalt ebenso wie die Synapsen der anwesenden Lehrerschaft gebrannt. Und nicht nur buchstäblich, sondern wortwörtlich. Das war ein wirklich saublöder Witz. Wie ihn vielleicht die etwas schwächeren Schüler eines eher lässigen hessischen Abis aus purer Lust an dümmlicher Provokation loslassen würden.

Aber genau diese Provokation einiger MinderABImittelten hat funktioniert, denn: Irgendjemand hat die obskuren Vorschläge der Presse gepetzt und die halbe Republik hat Schnappatmung bekommen. „»Nazi«-Spruch: Gewähltes Abi-Motto sorgt für »Schock« an Gießener Liebigschule“ stellt der geschockte Kays Al-Khanak (kein Scherz, der heißt wirklich so) für die ebenfalls zutiefst geschockte Gießener Allgemeine fest. „Skandal am Gymnasium: Schüler wählten ‚NSDAbi‘ als Abi-Motto“ titelt die BILD entsetzt.

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