Erinnert sich noch jemand an Janine Wissler und Martin Schirdewan? Unter ihnen fuhren die Linken in hohem Tempo vor die Wand. Von Wissler drang nach außen, dass sie die Partei in einem kalten und stalinistischen Stil führe. Das klingt schon verheerend, wurde von ihrem Außenauftritt aber noch getoppt. Wissler wirkte stets wie Ahnungslosigkeit, gekleidet in Patzigkeit. Als Ines Schwerdtner und Jan van Aken sie ablösten, konnte es eigentlich nur noch besser werden.
Tatsächlich scheint der Wechsel zu fruchten. In den Umfragen liegen die Linken bei sechs bis neun Prozent. Der Einzug in den 21. Bundestag wirkt sicher, während der Linken-Ableger „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) an der Fünf-Prozent-Hürde kratzt – und es eben noch nicht sicher ist, ob die noch junge Partei ins Parlament einzieht. Wie kommt es?
Der schnelle Aufstieg und Fall Wagenknechts machte wiederum Platz für die Linke. Zu Beginn des Wahlkampfs musste die Partei noch damit leben, dass Wähler sich nicht trauten, für sie zu stimmen – aus Angst, die Linke werde an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Doch seit Wochen sehen alle Umfragen sie deutlich über fünf Prozent. Ob das tatsächlich stimmt oder Wahlhilfe der Institute für die Linken ist, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden. Wenn es ein Trick der Institute ist, muss man sagen: Es funktioniert. Wer sich dieser Tage mit Wählern aus dem linken Spektrum unterhält, merkt: Der Zug weg von BSW, den Grünen und der SPD hin zur Linken ist real. Derzeit gilt die Linke in diesem Spektrum wieder als chic.
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