Nach den Alarmmeldungen von VW und BMW kommt nun auch die Warnung von Mercedes: Die ohnehin angespannte Lage auf dem globalen Halbleitermarkt erreicht eine neue Dimension, nach einem spektakulären Eingriff der niederländischen Regierung in die Führung des Chipkonzerns Nexperia droht der deutschen Automobilindustrie ein kompletter Produktionsstillstand. Der bekannte Wirtschafts-Blogger Emanuel Boeminghaus kommentiert dazu auf X: „Der Nexperia-Schock trifft jetzt auch Mercedes-Benz. Mercedes-Benz warnt: Die gesamte Industrie sei betroffen. Prognosen seien kaum noch möglich. Die Aktie fiel um 2,6 Prozent auf 52,45 Euro.“
Nexperia, einst ein Ableger des niederländischen Technologiekonzerns Philips, produziert in Hamburg jährlich 100 Milliarden Standardchips. Diese unscheinbaren Bauteile steuern zentrale Funktionen in modernen Fahrzeugen: von Airbags über Lichtsysteme bis zur Motorsteuerung. Doch die Fertigung ist komplex, ein Teil der Produktionskette findet in China statt. Genau dort hat sich nun ein gefährlicher Machtkampf entwickelt, der die gesamte Lieferkette zu zerreißen droht.
Die niederländische Regierung hatte vergangene Woche dem chinesischen Eigentümer Wingtech die Kontrolle über Nexperia entzogen. Grund: Sicherheitsbedenken und Verstöße gegen die Unternehmensführung. Ein Gericht setzte daraufhin einen Treuhänder ein, der das Unternehmen vorübergehend leitet. Der abgesetzte chinesische CEO Zhang Xuezheng soll laut Berichten Mitarbeiter in China angewiesen haben, Befehle aus Europa zu ignorieren – ein beispielloser Affront.
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