Chinas Griff nach der Eisroute

vor 6 Monaten

Chinas Griff nach der Eisroute
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Sonst nur bekannt als das frostige Ende der Welt, sind Grönland und die Arktisregion aktuell in aller Munde. Um die von Trump angestrebte ganze oder teilweise Übernahme der Insel lieferten sich die US-Regierung und ihre europäischen Verbündeten heftige Streits in den letzten Wochen – in einem Punkt sind sich in der NATO aber alle einig: In der Arktis gibt es zunehmend neue Rivalen für den Westen. Allen voran baut China seine Präsenz massiv aus. Obwohl es selbst ähnlich weit weg von der Arktis liegt wie viele mitteleuropäische Staaten, etwa Deutschland, nimmt das Reich der Mitte für sich in Anspruch, ein sogenannter „nah-arktischer Staat“ zu sein – mit besonderen Interessen in der Region, die es durchzusetzen gilt.

Schon jetzt hat das Land mit – je nach Rechnung – vier bis sechs Eisbrechern eine größere Eisbrecherflotte als die USA, die mit Alaska tatsächlich weitreichende arktische Territorien haben. Mehrere weitere sind im Bau. Auch die USA planten bereits unter Biden mit der neuen „Polar Security Cutter“-Klasse, ihre Eisbrecherflotte in Kooperation mit Kanada und Finnland auszubauen, aber bisher verläuft dies schleppend. Es zeigt sich ein ähnlicher Trend wie bei der Marineaufrüstung insgesamt: China baut schneller und in größeren Mengen neue Kriegs- und Küstenwachenschiffe als die USA. Es hat schon jetzt die zahlenmäßig größte Marine der Welt.

Das entscheidende Schlagwort für Chinas Arktisvorhaben lautet dabei: „Polare Seidenstraße“. Mit seinem globalen „Neue-Seidenstraße“-Projekt baut China bereits seit Jahren seinen geopolitischen Einfluss rund um die Welt aus. Staats- und Parteichef Xi Jinping hat dabei schon mehrfach klargemacht, wie er seine Rolle in der Welt sieht: China werde immer mehr zum „Zentrum der Welt“ und die „große Wiederbelebung der chinesischen Nation“ haben einen „unumkehrbaren Punkt“ erreicht.

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