Sie klatschen rhythmisch zur Begrüßung und schon vor der Rede. Sie halten Pappschilder hoch mit Sprüchen wie „KANNzler“, „Wieder nach vorne“ und tragen Hoodies mit ME-RZ in zwei Zeilen eigenwillig getrennt. Doch so richtig aus dem Häuschen gerät der CDU-Bundesparteitag mit seinen 956 Delegierten erst, als Friedrich Merz jede Kooperation mit der AfD ausschließt.
„Wir werden mit dieser Partei, die sich da Alternative für Deutschlandland nennt, nicht zusammenarbeiten. Vorher nicht, nachher nicht. Niemals“, ruft Merz in den Saal. Gute zehn Minuten hat er da schon gesprochen, doch jetzt stehen die Reihen im CityCube an der Berliner Messe und geben Szenenapplaus. In den hinteren Reihen springen welche auf, die in großen Lettern „Brandmauer“-Plakate mitgebracht haben.
Diese Partei stehe gegen alles, was die Union ausmache, ruft Merz. Westbindung, Nato, Europa... Deshalb werde es weder eine Duldung durch die AfD geben noch eine Minderheitsregierung, und je länger er ausführt, was es alles mit der AfD NICHT geben werde, desto euphorischer johlt es in der Halle. Ich habe viel erlebt als Reporter auf Parteitagen. Das Austeilen gegen die Konkurrenz gehört gewissermaßen zum Pflichtprogramm. Aber dass sich eine Partei sich dafür feiert, die eigenen Optionen zu beschneiden, habe ich noch nie erlebt.
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