Reisen soll ja bekanntlich bilden. Zumindest gilt diese Weisheit im Falle derjenigen, die ihre Routinen verlassen und während des Urlaubs nicht stur den einmal eroberten Platz am Swimmingpool verteidigen. Im Falle von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche stellte sich ein Aha-Effekt in atemberaubender Geschwindigkeit ein. Sie befindet sich derzeit auf großer Reise nach Nordamerika, nach Ontario in Kanada, um genau zu sein.
Dort besichtigte die CDU-Politikerin in dieser Woche die Baustelle eines sogenannten SMR, eines kleinen modularen Atomreaktors. Scheinbar tief beeindruckt von der Technologie und dem hohen Effizienzgrad der Energiegewinnung, die nahezu emissionsfrei und rückstandslos erfolgt, outete sie sich im Anschluss auf der Energiemesse CERAWeek als bekehrter Fan der Atomkraft.
Wie gesagt: Reisen bildet. Über die Reisetätigkeiten ihrer Kabinettskollegen ist wenig bekannt, doch deutet manches darauf hin, dass diese wohl monotone Pauschaltrips stimulierenden Kulturreisen vorziehen. Der Kontrast könnte nämlich nicht größer sein: Denn quasi gleichzeitig präsentierte Umweltminister Carsten Schneider von der SPD einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Vertiefung der Klimastrategie der Bundesregierung.
Schneider tritt damit den Beweis an, dass man sich relativ problemlos in einer simulierten Scheinrealität einrichten kann. Berlin aktiviert sämtliche Ressourcen, um die längst gescheiterte Energiewende in die Zukunft fortzuschreiben. Von der Rückkehr zur Atomkraft will man dort nichts wissen. Deutsche Politik ist dysfunktional, da es ihr gelungen ist, eine ideologisch dystopische Scheinwelt zu konstruieren, deren Reiz‑Reaktionsschema schon lange nicht mehr kausal mit der sie umgebenden Umwelt verbunden ist.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










