Bei gut 53 Prozent Wahl-Beteiligung am vergangenen Sonntag in Limbach im Neckar-Odenwald-Kreis haben viele Bürger entweder resigniert, kein Interesse mehr oder ganz bewusst ein Zeichen gesetzt. Gegen das Verfahren, gegen die Inszenierung, ganz sicher gegen einen Gemeinderat, oder gar gegen die Verwaltung (?), und einen Bürgermeister, die sich alle ihrer Sache vielleicht zu sicher waren. Der Bürgermeister, Thorsten Weber, ein Verwaltungsfachmann durch und durch, wollte ja eigentlich gar nimmer. Den Hals voll hatte er – zu viele Spannungen, Klagen. Ja, ganz einfach war der Bürgermeisterjob noch nie.
Vor dreieinhalb Wochen auf diese „Wilde Wahl“, da keine Bewerber um Webers Nachfolge da waren, von Bekannten aufmerksam gemacht, warf ich nach kurzer, aber tiefer Analyse meinen Hut in den Ring. Machte mich bekannt, im Amtsblatt, ging von Tür zu Tür, dazwischen eine Veranstaltung, in Balsbach, einem Teilort.
Letztendlich wurde ich als ortsfremder Kandidat Zweiter – hinter Bürgermeister Thorsten Weber. Von rund fünf namentlich bekannten Interessenten und etlichen weiteren, die nie sichtbar oder aktiv wurden. In Limbach und den Teilorten hätte ich deutlich mehr Stimmen holen müssen. Besonders bei den zahlreichen Nichtwählern. Ja, am Ergebnis hätte das tatsächlich nichts Grundsätzliches mehr geändert. Webers Wahlsieg war imposant, die Wahlbeteiligung jedoch mit 53 Prozent dürftig.
Aber es zeigt: Da war mehr drin. Und da war auch mehr da. Klar, nachdem sich der Gemeinderat mit den etablierten Parteien geschlossen hinter Weber stellte – aus Angst, selbst verantwortlich gemacht zu werden für dieses Desaster, nahm der alte und eigentlich ‚abgetretene‘ Thorsten Weber die Wahl auch gönnerhaft an. Einen Großteil der wählenden Bürgerschaft – um 95 Prozent – vereinnahmte der Bürgermeister. Fast ein sozialistisches Ergebnis.
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