Mit 4,972 Prozent der Stimmen verfehlte Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) den Einzug in den Bundestag. Nur rund 13.000 Stimmen fehlten, um die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden. Damit bleibt das BSW, das erstmals antrat, außen vor – und eine mögliche Koalition aus Union und SPD hätte eine stabile Mehrheit. Den gesamten Wahlabend über musste die neu gegründete Partei zittern, den ersten Prognosen und Hochrechnungen zufolge, wäre das BSW knapp in den Bundestag eingezogen.
Mit 28,6 Prozent erzielte die Union das zweitschlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte. Dennoch wird CDU-Chef Friedrich Merz wohl nächster Kanzler werden. Er kündigte an, spätestens bis Ostern eine Regierung zu bilden. Für Merz wird eine Koalition mit der SPD zur einzigen Option, denn die Union schloss am und vor dem Wahlabend die Möglichkeit einer schwarz-blauen Mehrheit mehrfach aus. Damit wird die AfD, die auf 20,8 Prozent kommt, aller Voraussicht nach die neue stärkste Kraft in der Opposition.
Für die Sozialdemokraten war die Wahl eine schwere Niederlage. Die SPD erreichte nur 16,4 Prozent – ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Bundeskanzler Olaf Scholz gestand die Niederlage ein. Für mögliche Koalitionsverhandlungen stehe er nicht zur Verfügung, auch ein Ministeramt lehnt er ab. Die Parteispitze schlug am Abend Lars Klingbeil als neuen Vorsitzenden der Bundestagsfraktion vor, während Rolf Mützenich seinen Rückzug ankündigte.
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